Szenen im kurpfälzer bzw. hoggemer Dialekt
Im Schuhladen
An der Kasse
Käufer: Ich hätt' gern dieses Paar Schuhe. Kann ich bei Ihnen mit einer Kreditkarte bezahlen?
Verkäuferin: Nee, des geht bei uns net, mir hawwe koan Apparat. Sie kenne awer dort driwwe am Bankautomat Geld houle.
Käufer: Gut, mach' ich.
Nach ein paar Minuten
Käufer: So, hier ist das Bargeld.
Verkäuferin: Isch denk, Sie misse do jetzt koa Gebihr zahle fir's Geld abheewe, oder? Friher hot mer des misse, awer die Banke do in Hoggene verlange koa Gebihr meh', oder?
Käufer: Ja, ja, normalerweise muß ich bei meiner Bank keine Gebühr bezahlen. Ich weiß aber nicht, zu welcher Bank der Automat gehört. Ist aber auch egal.
Verkäuferin: Also zumindescht soll's abgschafft werre, hab isch gheart. Ännert sisch jo alles, gell?
Käufer, betont heiter: Ja, und ich denke, wenn ich das nächste Mal bei Ihnen einkaufe, haben Sie sich auch einen Automaten für Kreditkarten zugelegt.
Verkäuferin, entsetzt: Noa, so schnell net. Mir warte ab, bis der Airo (Euro) kummt. Denn dann werd jo doch wieder alles umgschtellt.
Käufer: Aber dem Automaten ist es egal, was er abbucht, ob Euro, DM oder sonst eine Währung. Der Vorgang ist der gleiche, da muß nichts umgestellt werden.
Verkäuferin: Sage Sie des net! Des weeß mer net. Do weeß mer iwwerhaupt nix, was do werd, wenn der Airo kummt. Also, mir warte erscht emool ab.
Im Reformhaus
Käuferin: Sage Sie moul, warum heeßt'n des Rohrzucker?
Verkäuferin: Ha, weil der aus ganze Rohre gmacht werd, net nur aus Schticker (Stücke).
Summertime
In der Bank; Schlange vor dem Schalter
Ältere Kundin zu anderer Kundin: Also, des is desjohr (dieses Jahr) ä Hitz! Normalerweis schwitz isch kärrberlisch (körperlich) iwwerhaupt net, awer desjohr, ach Gott, isch kumm aus'm Schwitze net rraus.
Auf dem Markt
Schlange vor dem Bäcker, Gedrängel
Kundin: Hee, Sie kumme jetzt noch net droa! Isch war ejnder do (eher da)!
Kunde, mild lächelnd zurückblickend: Ja, ja, die Fraa Ejnder!
Nochmals auf dem Markt
Abermals Bäckerstand
Verkäuferin zu einer Kundin, einer sehr alten Dame: Ha, sage Sie, is sie* immer noch krank?
Kundin: Jo, sie isch immer noch krronk. Sie kimmt net rraus.
Verkäuferin: Awer des geht jo jetzt schun ä Weil mit ihr, gell.
Kundin: Hajo, die isch jo sou arrg verkält. Des hot sie sisch vun ihrm Neffe ghoult. Des isch halt bei de alde Lait, daß sie sisch net sou schnell verhoule wie die Junge. Sie isch seit d'r ledschde Woch nimmer rrauskumme. Halt, verkehrt: Zur Fußpflejern isch sie rraus gange am Mundaag. do hot sie higemißt. Awer sunscht is sie net rrausgange.
*sie: anscheinend eine derart bekannte Person, daß der Name nicht genannt werden mußte.
Weihnachtsfrieden
Weihnachtsabend; die Kirche füllt sich. In einer Bankreihe, ziemlich weit vorn, in der bereits Leute sitzen, drängen sich zwei alte Frauen, eine dritte noch ältere Frau mit sich zerrend.
Jemand von den Sitzenden: Entschuldigung, diese Bankreihe ist schon besetzt.
Eine der Alten mit sehr aggresivem Ton: Mache Sie gfällischst Platz! Des is der Platz vun der Mutter vum Pfarrer!
Leute: Wie bitte?
Andere alte Frau, ebenfalls sehr aggressiv und laut: Hawwe Sie net gheart? Des do is die Mutter vum Pfarrer un die will uff ihr'n Platz! Des fange mir nämlisch gar net oa, daß do jemand Oaschpruch hett uff än bschtimmte Platz. Do in der Kersch kann jeder sitze, wu er will!
Leute, ratlos, entsetzt: Aber...
Die beiden Alten, die Uralte in ihrer Mitte, zwängen sich in die Bank; drei andere Personen weichen, schließlich ist ja Weihnachten und Frieden auf Erden...
Der Autor verbürgt sich für die Authentizität der Dialoge!