Frage an einen Spitzenmanager und dessen Antwort

(Kleiner bescheidner Beitrag zur Diskussion über "Spitzengehälter in der Wirtschaft" und zum "Mannesmann-Prozess" 2004

 

 

"Was machen Sie mit all dem Geld, Herr Fresser,

geht es Ihnen jetzt wirklich besser?

Mit all den Millionen, zusammengerafft,

und dafür so gut wie gar nichts geschafft?"

 

"Ha!", spricht der, "aus Ihnen schaut der Neid,

Typen wie Sie, bin ich längst leid.

Ich sage Ihnen: Es muss in diesem Leben,

nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner geben.

Was werd' ich schon machen: Saufen, Fressen, Huren,

mit dem eingenen Jet um den Globus Touren.

Auf meiner eigenen Insel bei den Komoren,

wenn's hier wintert, in der Sonne schmoren.

Zu den Mächtigen dazugehören,

die schönsten Frauen mit Brillianten betören,

Politiker, Bauherren, Gewerkschafter bestechen,

ungestraft jedes Gesetzlein brechen.

Einfach jeglichen Luxus genießen,

auf Java das letzte Nashorn schießen,

Kunstwerke sammeln, mit Aktien spekulieren,

mein Imperium wie Ludwig XIV regieren,

und vielleicht werde ich sogar den Wohltäter spielen,

für die armen Künstler, ach, die vielen,

mit denen ich soooo viel Mitleid hab -

Sie aber, Sie bekommen gar nichts ab!"

 


Übrigens, der Deutsche-Bank-Chef Akkermann sagte sinngemäß, die Deutschen sollten - ähnlich wie die Schweizer in gleichliegenden Fällen - stolz auf die Leistungen Ihrer Spitzenmanager sein, die sie bei Firmenübernahmen erbringen und damit diesen auch die "üblichen" und "angemessenen" Abfindungen gönnen. Das erinnert doch irgendwie an die Fürsten des Mittelalters und der Renaissance, die dem gemeinen Volk einreden wollten, es solle stolz auf die Schlösser und Paläste sein, in denen sie, die Fürsten, lebten, weiland selbiges Volk diese Schlösser im Frondienst hatte mitbauen müssen. Auch die Schlösser waren ja damals "üblich" und "angemessen". Wie das Ganze dann endete, liest man in den Geschichtsbüchern u.a. unter dem Stichwort "Französische Revolution" oder "Oktober-Revolution" nach.